Durch die Skurugata und über den Skuruhat in Smaland

Ein verwunschener Ort – ein Ort, an dem man auf Ronja Räubertochter und die unheilvollen Harpien treffen könnte. Die Skurugata gehört sicher zu den eindrucksvollsten Naturschönheiten Südschwedens. Übertroffen wird die düstere, wilde Schönheit der Schlucht nur noch vom spektakulären Ausblick von der Felsformation Skuruhat über die schier endlosen Wälder und Seen Smalands.

Eine unserer ersten Schweden-Wanderungen führte uns durch die Schluchtstraße Skurugata. Über 800 Meter zieht sich der düstere Canyon, tief eingeschnitten in den schroffen Fels. Obwohl es ein herrlicher Spätsommertag war, herrschte hier unten ein kühler, feuchter Hauch. Die moosbewachsenen Wände ragen bis zu 50 Meter steil hinauf, an der schmalsten Stelle ist die Schlucht gerade einmal 7 Meter breit.

Rundweg durch die Skurugata

Der Weg durch die Skurugata ist kurz, aber anspruchsvoll: Umgestürzte Bäume, glitschige Wurzeln und riesige Geröllbrocken müssen überwunden werden. Lupold war Feuer und Flamme – ein wahrer Abenteuerspielplatz. Der Rundweg durch die Skurugata und über den Skuruhat ist hervorragend ausgeschildert und dauert etwa anderthalb Stunden. Auf dem Skuruhat kann man nicht nur die atemberaubende Aussicht genießen, sondern auf den rustikalen Bänken auch wunderbar picknicken.

Mehr über die Skurugata erfahrt Ihr auch hier.

Der kürzere Rundweg durch die Schlucht und über den Aussichtspunkt führt über knapp 7 Kilometer. Wir haben die Tour noch ein wenig verlängert und sind die zweite Schleife des Rundweges entlang des Sees Försjön und durch das Naturreservat Klinten gelaufen.

Die Landschaft in dem 81 Hektar großen Reservat ist sehr vielfältig: Alte Kiefernwälder, offene Wiesen, Bäche und Seen wechseln sich ab. Von hier aus hat man auch Anschluss an den Högandsleden, einem über 450 Kilometer langen Rundwanderweg, der in rund 30 Etappen durch das smaländische Hochland führt. Ihr erkennt den Weg an seiner orangefarbenen Markierung.

Der Högandsleden – 450 Kilometer Smaland pur

Der Högandsleden ist ein einfacher, familiengeeigneter Wanderpfad, der jedoch landschaftlich viel zu bieten hat: Er führt durch unberührte Natur jenseits von Straßen und Dörfern. Entlang des Weges finden sich Schutzhütten und Trockentoiletten in unterschiedlichen Abständen. Auf meiner To-Hike-Liste hat der Högandsleden bereits einen Platz sicher 😉

Unterkünftmöglichkeiten: Movänta Camping, Freizeitheim Klinten und Wanderhütten

Wer die Skurugata besuchen möchte, hat direkt mehrere Unterkünfte zur Wahl. Wir haben auf dem Campingplatz Movänta am Südufer des Sees Försjön übernachtet. Der hübsche Campingplatz liegt ruhig im Wald und ist ordentlich und sauber. Im Spätsommer war er fast leer.

Sollten wir noch einmal am Försjön Zwischenstopp machen, werden wir sicher versuchen, im Gutshof Klinten unterzukommen. Dieser wunderschöne, rotgestrichene Smaland-Hof liegt am Nordost-Ufer des Försjon in herrlicher Alleinlage mit Blick auf den See. Heute befindet sich dort ein Freizeitheim, in dem auch häufig Schulklassen untergebracht sind. Laut einer Hinweistafel bietet der Gutshof Klinten auch einzelne Stellplätze für Wohnmobile sowie Zimmer an. (Leider habe ich nur schwedische Webseiten zum Naturreservat und Gutshof Klinten gefunden.)

Für Minimalisten sind sicherlich die Wetterschutz- und Wanderhütten eine ideale Übernachtungsmöglichkeit. Eine der Hütten liegt ebenfalls am Nordwestufer, etwas abseits des Weges und mit direktem Blick auf den See (etwa bei 57.683703, 15.104331). Einfach eine Isomatte und einen Schlafsack mitbringen und die Natur genießen – so läuft das in Schweden 🙂

Wandern auf schwedisch

Die kleine Wanderung durch die Skurugata war für uns nicht nur ein landschaftlicher Leckerbissen, sondern hat uns auch gezeigt, wie sehr sich die Schweden für ihre Natur begeistern – und wie tief verwurzelt ihr Bedürfnis ist, diese Natur für jedermann erlebbar zu machen. Entlang der gut ausgeschilderten und gepflegten Wege finden sich zahlreiche Rast- und Picknickplätze, Feuerstellen, Trockentoiletten und Übernachtungshütten.

Die Fürsorge für alle, die die Natur erleben wollen, ist überall spürbar. Und sie ist sicherlich einer der vielen Gründe dafür, dass das Wandern in Schweden ganz besonders viel Spaß macht.

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