Wo die wilden Lachse schwimmen: Laxaleden in Südschweden

„Ein Otter, ein Otter“, rief ich entzückt. Der Fischotter entpuppte sich beim Auftauchen bedauerlicherweise als ordinäre Stockente. Ja, mit etwas Glück kann man auf dem Laxaleden Fischotter, Fischadler und Elche beobachten. Uns war das nicht vergönnt – macht aber nichts, der Laxaleden hat trotzdem großen Spaß gemacht!

Unsere Etappe des Laxaledens führte durch das Tal der Mörrum vom Örtchen Hovmansbygd bis nach Hemsjö und ist landschaftlich besonders reizvoll. Der Weg schlängelt sich auf der Westseite des Flusses entlang, über schroffe, felsige Steilufer und durch einsame, dunkle Wälder mit vermoosten, uralten Steinmauern. Dabei hält er einige Überraschungen bereit: Immer wieder liegen alte Industrieruinen am Wegesrand. (Die dazugehörigen Hinweistafeln sind leider nur auf Schwedisch beschriftet, doch anhand der Bebilderung lässt sich der Inhalt meist gut erraten.)

Wildes Westufer, zahmes Ostufer

Unsere drei Hunde lieben es, über verwinkelte Pfade zu klettern – und kamen bei der Etappe entlang des Westufers voll auf ihre Kosten. An einigen Stellen führt der Weg wieder hinunter an den Fluss und bietet wunderschöne Rastplätze. Die Mörrum ist ein wilder Fluss, der temperamentvoll über Felsen und kleine Inseln sprudelt. Der Scheitelpunkt unserer Route lag bei einer alten, verlassenen Mühle am Flussufer, an der wir ausgiebig pausierten. Von hier aus führt eine Brücke ans Ostufer der Mörrum und zurück nach Hovmansbygd.

Der Weg entlang des Ostufers entpuppte sich als das Gegenteil des abwechslungsreichen Westufer-Pfades: Den Banvallsleden kannten wir bereits vom See Âsnen. Dieser Weg ist historisch durchaus interessant – eine alte Bahntrasse, die stillgelegt wurde und heute als Wander- und Fahrradweg dient. Auch wenn der Banvallsleden in den Touristenführern als eine der Wanderattraktionen der Region gepriesen wird, konnten wir uns nicht so recht für ihn erwärmen: Der ewig gleich breite Weg mit seinen beiden Spurillen scheint gnadenlos geradeaus zu führen. Für Radler sicher komfortabel, für Wanderer eher…naja, sagen wir, meditativ ;).

Bahnstation Hovmansbygd und Industriemuseum Ebbamåla Bruk

Durchaus sehenswert sind dagegen die idyllische alte Bahnstation Hovmansbygd und das Industrie-Freilichtmuseum Ebbamåla Bruk, die am nördlichen Scheitelpunkt unserer kleinen Rundwanderung liegen. Falls Ihr einmal da seid: Achtet doch bitte einmal auf das hübsche gelbe Haus, das auf dem Hügel über dem Örtchen thront, verlassen und deckenhoch voller Müll ist. Und wenn dort irgendwann ein Schild mit „til salu“ steht, schickt mir doch kurz eine Email 😉

 

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