Wohnmobil mit Hund: Tipps rund ums Wohnmobil-Mieten für Anfänger

Der Einstieg ins Reisen mit dem Camper ist eigentlich ganz einfach – auch für Hundehalter. Hier findest Du Tipps zum Thema Wohnmobil mieten für Anfänger.

Stell Dir vor, Du wachst morgens auf, die ersten Sonnenstrahlen fallen durchs Fenster, die Vögel trillern fröhlich. Du kämpfst Dich aus Deinen Kissen, brühst einen frischen Kaffee auf, schnappst mit Deinem Hund ein wenig frische Luft – und dann wirfst Du den Motor an und fährst weiter. Wohin? Na – wohin Du willst.

Vor drei Jahren haben wir das Nomadentum für uns entdeckt. Vorher wären wir im Leben nicht auf die Idee gekommen, unseren Urlaub in einem Auto zu verbringen. Urlaub, das hieß für uns: Ferienhaus, Kamin, Blick ins Grüne. Und Wohnmobil – das war ein muffiges Spießigkeitssymbol vergangener Zeiten.

Das Image des Campers hat sich in den letzten Jahren radikal verändert: Mittlerweile liegen die Hütten auf vier Reifen voll im Trend. Der Hashtag #VanLife lässt auf Instagram, Pinterest und Facebook Tausende von Daheimgebliebenen vom romantischen Leben auf der Straße träumen (ganz so restlos romantisch ist es in der Realität tatsächlich nicht – aber das ist ein anderes Thema ;-)). Die Camper-Vermietungen boomen jedenfalls und sind oft auf Monate ausgebucht.

Einfach davonfahren – und loslassen

Unser Grund, 2015 das erste Mal einen Camper zu mieten, war ein ganz persönlicher. Nach dem plötzlichen Tod unserer kleinen Terrierhündin Lizzy ging es mir…naja, Ihr könnt es Euch denken. Da kam mir der verrückte Gedanke, der Trauer einfach davon zu fahren. So weit, dass sie mir nicht folgen konnte – und immer weiter, wenn es sein musste. Manchmal hilft ein Abenteuer auch dabei, loslassen zu können. Heute genießen wir die Freiheit und Selbstbestimmtheit, wenn wir mit einem Camper unterwegs sind.

Das führt mich zu der Frage: Warum solltest Du überhaupt einen Camper mieten?

3 gute Gründe für einen Wohnmobil-Urlaub mit Hund

Gerade für Hundehalter hat das Reisen mit dem Wohnmobil viele Vorteile:

1.) Unerfüllte Urlaubsträume: Ziele, die Dir bislang zu weit weg fahren, kannst Du mit einem Campingbus mühelos erreichen. Bei uns waren das Schweden und Norwegen. Über 8 Stunden mit den Hunden im Auto fahren? Och nö! Mit dem Camper kein Problem: Du teilst Deine Fahrten einfach in mundgerechte Häppchen auf – und wenn Du (oder Dein Hund) keine Lust mehr hast, suchst Du Dir einen gemütlichen Platz zur Übernachtung und fährst ein anderes Mal weiter. Auf diese Weise kannst Du problemlos auf die entlegensten Ziele erreichen. Wir haben uns beispielsweise für dieses Jahr die Lofoten vorgenommen – über 2.200 km.

2.) Maximale Flexibilität: Dir (oder Deinem Hund) gefällt es irgendwo besonders gut? Wunderbar – dann bleib doch ein wenig länger. Die Gegend ist eher enttäuschend und nicht besonders hundefreundlich? Das Wetter ist auch zum Abgewöhnen? Kein Problem – dann fahr einfach weiter!

3.) Abenteuer – mit Komfort: Beim Reisen mit dem Camper hast Du Dein Zuhause auf vier Rädern immer mit dabei – und kannst trotzdem die Welt entdecken und jeden Tag mit Deinem Hund in einem anderen, spannenden Wandergebiet unterwegs sein. Und mal ehrlich: Wozu brauchst Du Platz, wenn Ihr so viel Zeit wie möglich an der frischen Luft verbringen möchtet? Dein Vierbeiner wird sich nach einer langen Wanderung zufrieden in einer Ecke des Campers zusammenrollen und selig schlummern.

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Einstieg ins Reisen mit Hund & Wohnmobil

Neugierig geworden? Der Einstieg ins Reisen mit dem Camper ist eigentlich ganz einfach – auch für Hundehalter. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an gewerblichen und privaten Wohnmobil-Vermietern auf dem Markt. Um erst einmal auszuprobieren, ob ein Wohnmobil-Urlaub wirklich das richtige für Dich ist, mietest Du am besten einfach einmal einen Camper für ein verlängertes Wochenende. Das geht nicht so sehr ins Geld und vermittelt einen guten ersten Eindruck. Denn: Manche Menschen lecken dabei richtig Blut – andere stellen fest, dass das Verreisen mit dem Camper einfach nichts für sie ist.

Wenn Du ein Wohnmobil mieten möchtest, solltest Du Dir ein paar Gedanken darüber machen, welcher Fahrzeugaufbau und -typ für Dich am besten geeignet ist.

Welcher Wohnmobil-Typ ist der richtige für Dich?

  • VW-Bus: Ein ausgebauter VW-Bus bietet Dir quasi Camping „light“ und ist super für Städtetrips oder Wochenendreisen geeignet. Häufig hat er aber zu wenig Platz für Hundehalter – und den ganzen Kram, den sie so mit sich herumschleppen. Wenn Du mit Deinem Vierbeiner alleine unterwegs bist, kann ein Bulli perfekt sein – ab zwei Personen mit größerem Hund kann es aber schon knapp werden. Ideal zum Entschleunigen und für alle Nostalgiker sind alte Hippie- und VW-Busse. Damit eine Europareise anzutreten, ist sicher ein besonderes Abenteuer – (das man sich allerdings gut überlegen sollte). Dafür sind Dir stimmungsvolle Fotos sicher.
  • Kastenwagen: Diese Gefährte sind sportlich, wendig und bieten genug Platz, wenn Ihr zu zweit mit Hund verreist. Bei einer Familie wird’s aber schon eng, da es in der Regel nur zwei Schlafplätze gibt. Wir haben uns bislang immer für einen Kastenwagen entschieden – für uns und zwei große Hunde war er ideal. Sogar mit einem kleinen Zusatzhund ging es noch, war aber deutlich am Limit.
  • Alkovenmobile: Die Klassiker unter den Wohnmobilen haben viel Platz und sind optimal für längere Touren oder die ganze Familie. Natürlich sind sie nicht so schnittig und handlich wie die Kastenwagen. Für unsere längere Norwegen-Tour haben wir uns dennoch für ein altes Alkovenmobil entschieden, da es einfach den meisten Raum bietet. So kann Thomas im Alkoven schlafen, während ich am Tisch an der Sitzecke im Heck arbeite.

Private oder gewerbliche Vermieter von Wohnmobilen

Wohnmobile kann man von gewerblichen und von privaten Anbietern mieten. Beides hat seine Vorteile und natürlich auch Nachteile: Beim gewerblichen Anbieter kommst Du in den Genuss modernster Campingbusse und erhältst meist noch einen recht umfangreichen Service. Dafür nehmen sie aber auch Mietpreise pro Tag, für die Du auch ein Ferienhaus mieten könntest. (Und da sind Sprit und Campingplatzgebühr noch nicht mit dabei.)

Private Vermieter bieten dafür oft etwas ältere Modelle zu günstigeren Preisen an. Dafür ist die Suche manchmal etwas aufwändiger, da private Vermieter in der Regel nur ein Fahrzeug zur Verfügung haben – wenn das von jemand anderem gebucht ist, ist es weg. Und die Nachfrage ist derzeit sehr hoch! Auch solltest Du bei der privaten Anmietung unbedingt darauf achten, dass der Vermieter eine entsprechende Fremdfahrerversicherung hat.

Hier einige Portale, bei denen Du Dich nach einem Miet-Camper umschauen kannst:

  • campanda.de
  • drm.de
  • adac.de
  • paulcamper.de
  • mcrent.de
  • miet-my-camper.de
  • shareacamper.de
  • rentacamper.de
  • yescapa.de
  • hippiecamper.de

Spezielle Anbieter für Wohnmobile mit Hund

Hundehalter sind eine wichtige Zielgruppe für Vermieter von Campingbussen. Eine Mitarbeiterin eines großen Anbieters sagte mir einmal, dass etwa ein Drittel ihrer Kunden mit Hund verreist. Kein Wunder, dass es mittlerweile auch Wohmobil-Vermieter gibt, die sich auf Hundehalter spezialisiert haben. Dazu gehören beispielsweise:

  • CamperDogs
  • Dog-Camper
  • 4Pfoten-Mobile
  • Waumobil

Der Wohnmobilausbau dieser Fahrzeuge wurde für die Bedürfnisse von Hundehaltern modifiziert. So gibt es beispielsweise funktionales Hundezubehör an Bord, eine Einstiegsrampe oder eingebaute Hundeboxen. Einige Wohnmobile verfügen auch über eine klimatisierte, ausgebaute Heckgarage mit Videoüberwachung für den Vierbeiner.

Wir haben uns gegen ein solches Hunde-Wohnmobil entschieden – nicht, weil sie nicht empfehlenswert wären, sondern weil sie zu uns einfach nicht passten. Zum einen sind die Fahrzeuge eher etwas für Leute, die besser organisiert sind als wir – sie sind in der Regel früh ausgebucht. Zum anderen brauchen wir Features wie Hundeboxen einfach nicht – unsere Hunde sind bei uns im Wohnraum und während der Fahrt gesichert hinter den Fahrersitzen untergebracht, weil sie lieber in unserer Nähe sein möchten. Für viele andere werden die Hunde-Camper aber sicher eine tolle Sache sein – schau sie Dir also ruhig einmal an!

01_Es geht los

Was kostet ein Miet-Wohnmobil?

Natürlich drängt sich die Frage auf, wieviel so ein gemietetes Wohnmobil überhaupt kostet. Pauschal ist das schwer zu beantworten, denn die Preise variieren je nach Anbieter, Fahrzeug und Saison stark. Einen VW-Bus oder ein 90er-Jahre Alkovenmobil kannst Du von privat in der Nebensaison schon ab etwa 50 Euro pro Tag mieten.

Bei einem modernen Kastenwagen oder kleineren Alkoven-Wohnmobil kannst Du mit etwa 60-80 Euro pro Tag in der Nebensaison und 120 Euro-150 Euro pro Tag in der Hauptsaison rechnen (nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt). Das ist aber noch nicht alles! Denn dazu kommen teilweise noch optionale Kosten wie:

  • Service-Pauschalen
  • Versicherung
  • Reinigungsgebühr
  • Leihgebühr für Campingausstattung
  • Haustiergebühr

Achte also bei der Anmietung darauf, was in dem Tagesmietpreis bereits enthalten ist, und was nicht!

Tipp: Wenn Du unterwegs keinen Wert auf maximale Flexibilität legst, lieber Campingplätze ansteuerst als frei stehst und eine Anhängerkupplung an Deinem PKW hast, ist ein Wohnwagen vielleicht eine Alternative für Dich. Die gibt es meist deutlich günstiger zu mieten als Wohnmobile.

Die Mietkosten für das Wohnmobil sind nicht die einzigen Kosten, die Du für die Urlaubskalkulation berücksichtigen solltest. Denn dazu kommen möglicherweise noch andere Kosten rund ums Wohnmobil:

  • Sprit: Die meisten Wohnmobile verbrauchen um die 10 Liter Diesel pro 100 km. So kannst Du Dir ausrechnen, mit wie viel Geld der Sprit für Deine Tour etwa zu Buche schlagen wird.
  • Campingplatz- und Stellplatzgebühren: Von der freiwilligen Spende auf dem Öko-Campingplatz bis zur 400 Euro-Übernachtung auf dem Luxus-Campingplatz ist hier alles möglich. Die meisten Campingplätze kosten jedoch etwa zwischen 20 und 30 Euro pro Übernachtung.
  • Maut- und Brückengebühren: Insbesondere, wenn Du nach Skandinavien reisen möchtest, können diese Gebühren ganz schön ins Geld gehen.
  • Fährgebühren: Wohnmobile kosten auch auf der Fähre mehr als normale PKW. Also am besten vorab auf den Webseiten der Reedereien nach den Preisen recherchieren.

Tipps für Deine erste Wohnmobil-Anmietung

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass die Hemmschwelle vor der ersten Wohnmobil-Anmietung oft hoch ist. Einem knapp sechs Meter langen, über drei Tonnen schweren Fahrzeug vom Gegenwert einer kleinen Eigentumswohnung begegnet man mit einem gewissen Respekt. Aber: Alles halb so wild. An Maße und Gewicht gewöhnt man sich schnell, und mit einer vernünftigen Wohnmobil-Versicherung ist man gut geschützt.

Auch bezüglich der Handhabung musst Du Dir keine Sorgen machen. Ein seriöser Vermieter gibt Dir bei der Übergabe des Fahrzeugs eine ausführliche, etwa einstündige Einweisung und zeigt Dir das gesamte Wohnmobil mit all seinen Funktionen – vom Gasherd bis zum WC.

Ein wichtiger Punkt ist der Führerschein: Wer den Führerschein nach 1991 gemacht hat, besitzt den neuen Führerschein der Klasse B – und darf damit nur Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen fahren. Die Gewichtsbegrenzung des alten Führerscheins der Klasse 3 liegt dagegen bei 7,5 Tonnen.

Doch das ist selten ein Problem, denn die Wohnmobil-Bauer haben sich längst darauf eingestellt. Kastenwagen liegen fast immer unter 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, und dank Leichtbauweise haben viele Vermieter sogar Alkoven-Mobile mit bis zu 8 Schlafplätzen im Angebot, die mit dem neuem Führerschein gefahren werden können.

Damit bei Deiner ersten Anmietung alles glatt läuft, solltest Du ein paar Dinge beachten:

Haustier-Erlaubnis: Achte darauf, bei den Suchfiltern „Haustiere erlaubt“ zu setzen, und frag bei der Buchungsanfrage sicherheitshalber noch einmal nach. Wir hatten kein Problem, einen Camper für uns und zwei Collies zu finden – mit einem Aufpreis muss man dabei jedoch rechnen. Bei uns waren es 50 Euro für die zusätzlichen Reinigungskosten – das fanden wir in Ordnung, immerhin sind unsere Hunde auch wirklich haarig 😉

Preisgestaltung: Der in der Vorschau angezeigte Preis ist selten der Endpreis. Meist gibt es noch eine Servicegebühr; oft fallen auch zusätzliche Kosten für die Reinigung oder Camping-Ausstattung an. Deshalb: Immer das Kleingedruckte lesen und den Endpreis kalkulieren.

Kilometerbegrenzung: Bei vielen Angeboten gibt es eine Kilometer-Begrenzung pro Miettag (meist um die 200-300 Kilometer pro Miettag, wobei die Gesamtsumme gilt und nicht die tatsächlich pro Tag gefahrenen Kilometer). Bei Überschreitung werden pro Kilometer weitere Gebühren berechnet. Überleg Dir also am besten vorher, wie groß Deine Tour ungefähr werden soll, und achte bei der Buchung auf die Kilometer-Beschränkung.

Reinigung: Anbieter haben unterschiedliche Konditionen, wenn es um die Endreinigung des Fahrzeugs geht. Buche am besten mit Endreinigung, denn eine wirklich gründliche und professionelle Reinigung kostet viel Zeit und Nerven – und im Zweifel musst Du am Ende doch noch die Reinigung bezahlen, weil das Fahrzeug nicht sauber genug war. Wenn Du die Endreinigung dazu buchst, musst Du den Camper lediglich besenrein übergeben – das ist meist schnell erledigt.

Kaution: Ein wichtiges Thema! Die meisten Vermieter behalten eine Kaution ein, die sich meist zwischen 200 und 1.000 Euro beläuft. Bei einigen Vermietern kann die Kaution bar hinterlegt werden, bei anderen wird sie überwiesen oder per Kreditkartenbelastung eingezogen. Fährst Du beispielsweise bei der Überführung vom Vermieter nach Hause die automatisch ausfahrbare Trittstufe ab, ist Deine Kaution von 300 Euro futsch, denn die Dinger sind teuer. (Ja, das ist ein Beispiel aus der Praxis – fragt Thomas mal.)

Vorsicht: Es soll unseriöse Vermieter geben, die sehr hohe Kautionen verlangen und diese später nicht zurückzahlen, weil sie angebliche Mängel am Fahrzeug feststellen. Das ist uns zum Glück noch nie passiert, aber wohl leider schon einigen anderen. Deshalb ist es sinnvoll, einen Anbieter zu wählen, der eine weniger hohe Kaution nimmt – oder eine Kautionsschutz-Versicherung abzuschließen.

Kautionsschutzversicherung: Diese Versicherung kostet einmalig einen gewissen Betrag – wir haben für eine zweiwöchtige Reise 90 Euro bezahlt, der Mietpreis wird aber meist pro Tag gerechnet und anhand der Höhe des Tagesmietpreises für das Wohnmobil gestaffelt. Dafür springt die Versicherung ein, wenn ein Schaden am Camper verursacht wird, und zahlt die Kaution zurück – abzüglich eines kleineren Selbstbehaltes. Das ist oft eine sinnvolle Sache und lässt einen noch etwas entspannter fahren.

Vor- und Nachsaison: Plane Deine Wohnmobil-Reise am besten in der Nachsaison, also zwischen September und Mai – dann kannst Du die happigen Preisen zur Hauptsaison umgehen. Einen sportlichen Kastenwagen bekommt man in der Nebensaison oft schon ab 60 Euro am Tag – in der Hauptsaison meist nicht unter 120 Euro am Tag. Außerdem sind die Campingplätze in der Nachsaison deutlich leerer – in Schweden hatten wir im frühen September schon Campingplätze komplett für uns alleine.

Zeitmanagement: Als Anfänger neigt man dazu, zu wenig Zeit für das „Drumherum“ bei einem Wohnmobil einzuplanen. Für das Beladen des Fahrzeugs kann man gerade zu Beginn durchaus einen ganzen Tag einplanen. Dasselbe gilt natürlich für das Ausladen und das Reinigen am Ende des Urlaubs.

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Stellplätze, Campingplätze und freies Stehen

Ein Campingbus-Abenteuer besteht nicht nur aus einem Wagen, sondern eben auch aus einem Platz, auf dem Dein Wagen stehen kann. In Deutschland ist das freie Stehen nicht erlaubt. Je nachdem, wann und wo Du unterwegs bist, hast Du verschiedene Möglichkeiten der Übernachtung:

Campingplatz: Campingplätze sind wohl die komfortabelste Unterkunft für Wohnmobilisten. Du kommst in den Genuss von sanitären Anlagen, oft auch Kiosk, Restaurant oder Kinderbespaßung. Allerdings auch von vielen, je nach Saison auch sehr vielen Nachbarn. Und nicht auf jedem Campingplatz sind Hunde erlaubt.

Tipp: Am besten frühzeitig recherchieren, welche Campingplätze entlang Deiner Route liegen – und wie andere Reisende sie bewertet haben. Das kannst Du beispielsweise auf Portalen wie Camping.info, Campingfuehrer.Adac.de, Campingplatz.de, Campingsuche.de oder TripAdvisor.de. Gerade in Deutschland solltest Du im Sommer Deinen Campingplatz rechtzeitig buchen.

Öffentliche Stellplätze: Stellplätze sind oft sehr spartanisch ausgestattet. Manchmal gibt es tatsächlich nicht mehr als einen Parkplatz, auf dem Du über Nacht stehen darfst. Manche Stellplätze liegen sehr zentral, beispielsweise auf einem großen Parkplatz, in der Innenstadt oder an einem Hafen. Andere liegen landschaftlich reizvoller. Sie sind meist sehr viel günstiger als Campingplätze.

Tipp: Für die Stellplatzsuche gibt es viele gute Apps wie beispielsweise Park4Night, Stellplatz, Reisefrei, Stellplatz-Finder, Stellplatz-Radar oder Womo-Stellplatz.eu. Damit kannst Du einfach unterwegs den nächstgelegenen Stellplatz für die Nacht finden.

Private Stellplätze/Camping-Vignette: In vielen europäischen Ländern gibt es eine spezielle Camping-Vignette, mit der man auf ausgesuchten, privaten Bauernhöfen und landwirtschaftlichen Betrieben für eine Nacht kostenlos stehen darf. Für die Vignette bezahlt man einmalig einen kleinen Betrag, für den man auch den Katalog der teilnehmenden Gastgeber erhält.Diese Art der Unterkunft ist sehr persönlich und die Gastgeber freuen sich, wenn Du als kleine Gegenleistung Produkte aus ihrer Herstellung erwirbst. In Deutschland sind auf über 80 Prozent der teilnehmenden Höfe Hunde willkommen – sie sollten jedoch vorher telefonisch angekündigt werden.Die Camping-Vignetten sind sicher eine schöne Art, naturverbunden zu übernachten und Land und Leute kennenzulernen. (Wir haben es noch nicht ausprobiert, werden es aber sicher irgendwann tun.) Weitere Informationen findest Du unter Landvergnügen.com.

Tipp: Auch in anderen europäischen Ländern gibt es ähnliche Projekte. Das französische Pendant findest Du unter France-Passion.com, das britische unter BritStops.com, das italienische unter fattoreamico.com, das spanische unter espana-discovery.es.

Frei stehen: Beim freien Stehen scheiden sich die Geister. In Deutschland ist es verboten – manche machen es aber trotzdem, denn wo kein Kläger, da kein Richter. In vielen anderen europäischen Ländern wird es toleriert, solange man sich an bestimmte Regeln hält: Nicht in der Nähe von Häusern und nicht unbedingt unter einem „Camping verboten“-Schild stehen, keine Campingausrüstung aufbauen, keinen Müll hinterlassen. Und, wenn sich jemand gestört fühlt, nicht diskutieren, sondern höflich sein und sich einen anderen Platz suchen. (Also eigentlich ganz einfach. Leider benehmen sich trotzdem viele dermaßen daneben, dass sie sie auch die rücksichtsvollen Freicamper in Verruf bringen. Das ist ausgesprochen schade, denn frei Stehen ist eine sehr entspannte Art, zu reisen.) Eine gute Übersicht darüber, welche Gesetze und Richtlinien in den verschiedenen europäischen Ländern zum Wild Campen gelten, hat Nicole vom Blog Passenger X hier zusammengetragen.

Tipp: Bei der Suche nach guten Plätzen zum frei Stehen können Dir ebenfalls Apps helfen – oder Du wirfst einfach einen Blick auf die Satellitenkarte von Google Maps. Forstwege, die in einem Wendehammer enden, sind beispielsweise oft eine gute Wahl.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein paar nützliche Einblicke ins Reisen mit dem Campingbus geben und wünsche Dir viel Spaß in Deinem Wohnmobil-Urlaub – vielleicht bist Du ja genauso begeistert wie wir!

 

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